Donnerstag, 15. März 2012

Berliner Senat läßt sich soziale Verdrängung schönforschen

Quelle:taz.de

"Wandel in Nord-Neukölln

Gentrifizierung? Hier doch nicht

Laut einer Studie entwickelt sich der Norden Neuköllns nicht zum neuen Prenzlauer Berg. Viele Neuköllner sehen das allerdings anders.Die Gentrifizierung im Norden Neuköllns, findet Sigmar Gude, „hat noch nicht begonnen.“ Als Gude das am Montagabend vor etwa 100 Neuköllnern sagt, erntet er ungläubige Blicke und Kopfschütteln. Gude arbeitet beim Stadtforschungsinstitut Topos und hat im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zum ersten Mal untersucht, wie sehr die Gentrifizierung in Nordneukölln angekommen ist. Sein Fazit: Nur im Reuterkiez und an einigen Hotspots wie dem Richardplatz sei Gentrifizierung im Gange, in Nordneukölln als ganzem – dem Gebiet Neuköllns innerhalb der Ringbahn – sei sie aber nicht erkennbar. Auch künftig, so Gude, sei das nicht zu erwarten. Die Anwohner, die zur Vorstellung der Studie in die Rütli-Schule gekommen sind, empfinden das ganz anders: „Bei uns im Haus muss man 8,50 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter zahlen“, ruft eine Frau aus dem Publikum. „Wenn das keine Gentrifizierung ist, was dann?“
...
 Die Situation sei also nicht so schlimm, findet der Forscher: „Menschen mit sehr niedrigem Einkommen werden durch Menschen mit etwas weniger niedrigem Einkommen ersetzt.“..."

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