Mittwoch, 18. August 2010

Hey Nachbarin, mach mit! Ein Beispiel aus der Forster Straße

Hier ein Artikel zu den aktuellen Kämpfen von Mieterinnen in der Forster Straße 8 in der aktuellen Ausgabe des Mieterechos der Berliner MieterGemeinschaft e.V.


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"Die Verdrängung von Mieter/innen durch Modernisierungen und steigende Mieten
sind in aller Munde. Ein Beispiel aus der Forster Straße in Kreuzberg zeigt, dass eine gut organisierte Hausgemeinschaft den Profitmaximierungswünschen der
Hauseigentümer durchaus etwas entgegensetzen kann.
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Auf die Mieter/innen sollen Mieterhöhungen zwischen 50% und 80 % zukommen. „Nach der Modernisierung soll meine Miete von derzeit 300 auf 502 Euro steigen“, berichtet eine Bewohnerin des Hauses verärgert.
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Erster Schritt: Hausversammlung
Um eine Modernisierung zu verhindern, die in der Forster Straße niemandem nützt,wurde bei einer ersten Hausversammlung beschlossen, gemeinsam gegen die angekündigten Maßnahmen der neuen Eigentümer vorzugehen. Unter Zuhilfenahme eines Anwalts der Berliner MieterGemeinschaft wurde eine Strategie erarbeitet. Das Vorgehen der Vermieter sollte abgewartet werden, ohne voreilig eigene rechtliche Schritte einzuleiten. Als erstes lehnten alle Mietparteien die Modernisierungsankündigung aufgrund formaler Fehler ab. Nachdem eine zweite, diesmal formal nicht zu beanstandende Ankündigung folgte, entschied die Hausgemeinschaft, der Aufforderung zur Duldung der Modernisierungsmaßnahmen kollektiv nicht nachzukommen.
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Entmietung befürchtet
„Wir kommen nicht umhin, zu vermuten, dass uns die Eigentümer durch dieses Handeln das Leben schwer machen und uns zum Auszug bewegen wollen“, so ein Mieter des Hauses. Die Mieter/innen hegen den Verdacht, dass die teilweise bis zu 20 Jahre alten Mietverträge den Renditeerwartungen der Eigentümer entgegenstehen.
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Insgesamt haben die Bewohner/innen der Forster Straße 8 gezeigt, dass Mieter/innen den Verwertungsinteressen der Vermieter keinesfalls kampflos nachgegeben werden müssen. Mieter/innen mit den verschiedensten Lebenshintergründen können gemeinsam widerständig sein und auch auf legalem Weg mehr erreichen, als oft geglaubt wird."

Dienstag, 17. August 2010

Ein interessanter Artikel von Florian Wilde in der jungen welt:

Protest gegen Mietwucher

Bewohner der »Reiche 63a« in Berlin-Kreuzberg wehren sich


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"Die Miete für die Bewohner von Vorderhaus und Seitenflügel der »Reiche63a« soll auf einen Schlag um bis zu 25 Prozent steigen.[...]
Gleichzeitig versucht der Bezirk als Generalmieter des Wohnkomplexes, den Mietvertrag mit dem Verein »Trottke« für das im Hinterhaus angesiedelte Hausprojekt zu kündigen, um auch dort deutlich höhere Einnahmen zu erzielen.
[...]
In den 80er Jahren wurde die »Reiche 63a« mehrfach besetzt, bis der Eigentümer entnervt aufgab und die Häuser komplett an den Bezirk vermietete. Dieser überließ das Hinterhaus dem von Besetzern gegründeten Verein »Trottke«. Im Vorderhaus und im Seitenflügel wurden sogenannte Umsetzwohnungen geschaffen, in die häufig Besetzer, deren Häuser geräumt worden waren, einziehen konnten. "[...]